Die Erziehung hat den Auftrag heilend, im Sinne von harmonisierend, auf die Individualität des Kindes zu wirken und sie in sein Umfeld zu integrieren.

Heilen bedeutet in diesem Zusammenhang ein Spezialisieren der Erziehung für das Interationskind.
Am Kind soll ein Heilungsprozess angeregt werden, der nicht ausschließlich auf die Behandlung seiner Defizite ausgelegt ist, sondern durch Integration in die Gruppe sein Selbstbewusstsein entwickeln kann.

Das heißt:

  1.       Stärkung der Nachahmungsfähigkeit (dadurch Stärkung des implizierten Lernens, z.B. jeden Tag die gleiche handwerkliche Handlung direkt vor dem Kind ausführen, oder ein Fingerspiel)

  2.       Stärkung und Ausbau seiner "guten" Fähigkeiten und Eigenschaften (z.B. backt das Kind gerne, dann wird das ausgebaut)

  3.       Stärkung durch sekundäre Therapie (z.B. das Kind hat Sprachprobleme, die eine Therapie verlangt, wird eine Sprachtherapie empfohlen)

Wahrnehmungsförderung

Das Kind im Kindergarten ist ganz Sinnesorgan!
Eine gesunde Wahrnehmung ist Voraussetzung für die Entwicklung anderer Bereiche des Menschen: z.B. der Sprache und dem Denken. Das Integrationskind hat Wahrnehmungsschwächen/ störungen, auf sich selbst bezogen sein (z.B. Körperschema) und bei der Wahrnehmung der Umwelt.
Durch eine Wahrnehmungsförderung können Störungen/Schwächen positiv beeinflusst werden.

Das heißt:

  1.       Wahrnehmungsförderung des eigenen Körpers (Körperschemaspiele, Bewegungsspiele, Fein- und Grobmotorik, Koordinationsübungen)

  2.       Wahrnehmungsförderung durch die uns umgebende Umwelt (z.B. Geruch, Geschmack, Gewicht, usw.)

  3.       Wahrnehmung der Mitmenschen als menschliche Wesen zum Erlangen einer Sozialkompetenz

Die Förderung soll nicht isoliert durchgeführt werden, sondern immer in einen Zusammenhang zum alltäglichen Ablauf mit den Kindergartenkindern integriert werden.

Tagesgesablauf eines Integrationskindes

Für das Integrationskind ist der normale Tagesablauf des Waldorfkindergartens maßgeblich.
Dreimal wöchentlich wird das Kind mit dem Heilpädagogen eine Einzelförderzeit erhalten. Der Stützerzieher/ Heilpädagoge entscheidet wann und wie die Einzelförderung aussehen kann.

Elternarbeit

Die Eltern sind die kompetentesten Erzieher ihrer Kinder. Die Erzieher möchten den Eltern beratend und unterstützend zur Seite stehen.
Die Eltern sollen in die Arbeit mit ihrem Kind einbezogen werden, soweit es ihnen möglich ist. Durch regelmäßige Elterngespräche als Beratungsgespräche und Informationsaustausch wird Sicherheit und Vertrauen unter den Eltern und Erzieher aufgebaut.

Therapie

Notwendige therapeutische Behandlungen können im Haus durchgeführt werden. Der Förderzeit mit dem Stützerzieher/ Heilpädagogen in der Vormittagszeit geht eine Entwicklungsdiagnostik voraus.

Das heißt, das Kind wird über einen angemessenen Zeitraum beobachtet, die Beobachtungen werden protokolliert (z.B. in der Bewegung, Sprache, Nachahmungsverhalten, Kreativität, soziales Verhalten),
heilpädagogische Tests vervollständigen das Bild.

Auf der Grundlage der Beobachtungen unter Beachtung der psychologischen und ärztlichen Berichte, werden Förderziele mit dem Stützerzieher und oder Heilpädagogen für die ganzheitliche Förderung erstellt